Zwei Saugroboter, jeder mit rund 3.000 Bewertungen. Der mit der schwächeren Saugkraft hat die bessere Note – und das ist kein Zufall.
Die Station wäscht die Wischmopps mit 75 °C und trocknet sie mit Warmluft, statt sie feucht liegen zu lassen.
dir perfekt gesaugte Ecken wichtig sind – ihm fehlt die ausfahrbare Seitenbürste des Standardmodells.
Diese Einschätzung basiert auf der Auswertung von Fachtestberichten, Nutzerforen und jeweils rund 3.000 Kundenbewertungen. Die Geräte wurden nicht selbst über einen längeren Zeitraum genutzt. Rezensionen bei Amazon nachlesen
Auf der einen Seite der Dreame L40 Ultra AE mit 19.000 Pascal Saugkraft. Auf der anderen der Roborock QV35A mit 8.000. Zweieinhalbmal mehr Saugkraft auf der einen Seite – und trotzdem steht der Dreame bei 4,0 von 5 Sternen, der Roborock bei 4,4. Beide mit rund 3.000 Bewertungen, beide mit einem schweren Vorwurf der Fachtester. Nur nicht demselben.
Die Pascal-Zahl entscheidet also nicht, wer gewinnt. Was entscheidet, ist die Frage: welche der beiden Schwächen fällt in deiner Wohnung überhaupt auf?

8.000 Pa klingen nach wenig und reichen auf Hartboden vollständig. Dafür bekommst du eine der besten Apps am Markt.
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Er saugt mit 19.000 Pascal statt 8.000. Er bringt eine Bürste mit, die Haare beim Aufsaugen zerschneidet, statt sie sich um die Walze wickeln zu lassen. Seine Station wäscht die Wischmopps mit 75 °C heißem Wasser und trocknet sie mit Warmluft. Und er ist flacher: 9,7 cm gegen knapp 10 cm beim Roborock, der einen LiDAR-Turm auf dem Deckel trägt.
Der Roborock hält dem auf dem Papier fast nichts entgegen. Seine Station arbeitet mit Kaltwasser und trocknet die Mopps über bis zu zwölf Stunden mit Kaltluft. Seine Gummibürste zerschneidet keine Haare, sie wickelt sie nur nicht auf. 8.000 Pascal sind der niedrigste Wert in dieser Klasse.
Und trotzdem ist er der besser bewertete der beiden.
Auf Fliesen, Laminat und Parkett liegt der Schmutz obenauf – dort reicht der schwächere Motor vollständig aus, und niemand merkt einen Unterschied zwischen 8.000 und 19.000 Pascal. Pascal entscheidet auf hochflorigem Teppich, und nur da.
Wer überwiegend Hartboden hat, und das sind die meisten deutschen Wohnungen, bezahlt beim Dreame für eine Zahl, die er nie ausnutzt. Umgekehrt gilt: wer viel Teppich und viele Haare im Haushalt hat, für den ist der Unterschied real.
Hier liegt der eigentliche Abstand. Die App des Roborock wird von Käufern konsistent als eine der besten am Markt beschrieben: 3D-Karten, Sperrzonen, 30 Wasserstufen pro Raum, Karten für bis zu vier Etagen. Dazu der Matter-Standard ab der aktuellen Firmware, also direkte Einbindung in Apple Home, Google Home und Alexa. Der Staubbeutel hält sieben bis neun Wochen.
Beim Dreame ist genau das die Schwachstelle. Nutzer berichten von einem Fehler, durch den der Roboter in der App dauerhaft als offline erscheint, obwohl er im Netzwerk hängt. Nach Firmware-Updates beschreiben manche, dass er mitten in der Reinigung einfriert oder auf Teppich wischt, obwohl der Mopp angehoben sein sollte. Auch die Navigation ist nicht die klügste: größerer Abstand zu Möbeln als nötig, Probleme mit Spiegeln und Glasflächen, Jute- und Bambusteppiche werden oft gar nicht erkannt, unebene Fliesen manchmal fälschlich für Teppich gehalten. Matter unterstützt er ebenfalls – das ist kein Unterschied.
Der häufigste Kritikpunkt in den Fachtests ist die Hinderniserkennung. Der Roborock hat keine Kamera zur visuellen Objekterkennung. Flache Dinge – Kabel, Socken, flaches Spielzeug – erkennt er zu spät, überfährt sie oder schleift sie mit. In Tests hat er Bücher quer durch den Raum geschoben. Flache organische Hindernisse erkennt er nicht, sondern verteilt sie.
Bemerkenswert ist, was dazu in den Käuferbewertungen steht: mehrfach ausdrücklich das Gegenteil, „erkennt Hindernisse“, fünf Sterne. Der Widerspruch löst sich, wenn man versteht, dass Tester dem Roboter absichtlich Kabel und Socken in den Weg legen. Käufer räumen vorher kurz auf. Danach fährt er über einen freien Hartboden – und da macht er seine Sache exzellent.
Dem Dreame fehlt die ausfahrbare Seitenbürste, die sein eigenes Standardmodell hat. Eine Seitenbürste hat er durchaus – nur nicht den beweglichen Arm, der beim Saugen aktiv in die Ecke greift. Beim Wischen fährt sein Mopp seitlich aus und erreicht Kanten und Möbelbeine sehr wohl. Die Lücke liegt beim Saugen. Genau deshalb nennen Tester die Sonderausgabe einen Rückschritt: sie vergleichen mit dem Standardmodell.
Der Roborock hat weder ausfahrbare Mopps noch eine ausfahrbare Seitenbürste. An Fußleisten und in Ecken bleibt bei ihm systembedingt ein schmaler Streifen stehen – beim Saugen und beim Wischen. In diesem Punkt ist der Dreame also der bessere, obwohl ihm etwas fehlt.
Roborock: In Nutzerforen wird beschrieben, dass er nach der Selbstreinigung gelegentlich vergisst, die Wischmopps wieder abzusenken oder in Rotation zu versetzen. Er fährt dann weiter und wischt schlicht nicht. Software-Resets helfen meistens nicht; das deutet auf ein mechanisches Problem im Hebe-Modul hin. Bleibt der Boden nach dem Wischen trocken, ist das kein Bedienfehler – dann sollte man innerhalb der Garantie handeln.
Dreame: Das Risiko sitzt in der Station. In Regionen mit hartem Wasser setzen Pumpen und Ventile mit der Zeit zu, dann kommt kein heißes Wasser mehr und es gibt Fehlermeldungen. In einzelnen Fällen berichten Nutzer von einer überlaufenden Station, die den kompletten Frischwassertank auf den Boden pumpt. Das ist kein Defekt, sondern Wartung – regelmäßig entkalken. Dazu vereinzelte Berichte über Akkudefekte nach wenigen Monaten und über einen Kundenservice, der Betroffene zwischen Händler und Hersteller hin- und hergeschickt hat.
Der Roborock funkt nur im 2,4-GHz-Netz – wer ausschließlich 5 GHz betreibt, scheitert schon bei der Einrichtung. Seine Station ist beim Absaugen sehr laut, und der Schmutzwassertank fängt schnell an zu riechen, weil die Mopps kalt gewaschen werden. Der Dreame kommt wegen seiner 9,7 cm unter Sofas und Betten, unter die sonst nichts kommt – und genau davon leben diese Geräte.
Der teurere Roboter ist der stärkere, der günstigere ist der klügere. 11.000 Pascal mehr Saugkraft haben in den Bewertungen niemanden überzeugt, weil kein Mensch Saugkraft bemerkt – man bemerkt einen Roboter, der macht, was er soll.
Weil Pascal-Zahlen fast nur auf hochflorigem Teppich einen spürbaren Unterschied machen. Auf Hartboden – der häufigsten Bodenart in deutschen Wohnungen – reichen bereits 8.000 Pascal vollständig aus. Käufer bewerten stattdessen die App und die Zuverlässigkeit besser, und dort liegt der Roborock deutlich vorn.
Ja, mit 9,7 Zentimetern Bauhöhe kommt er unter Sofas und Betten, unter die viele andere Roboter nicht passen. Der Roborock QV35A ist mit knapp 10 Zentimetern durch seinen LiDAR-Turm etwas höher.
Nein. Flache Gegenstände wie Kabel, Socken oder Spielzeug erkennt er dadurch später oder gar nicht und überfährt sie teils. In Kundenbewertungen wird das trotzdem oft als gute Hinderniserkennung gelobt – der Widerspruch löst sich dadurch, dass Käufer vor dem Saugen aufräumen, während Testern gezielt Gegenstände in den Weg gelegt werden.
Nein, er funkt ausschließlich im 2,4-GHz-Netz. Wer zuhause nur ein reines 5-GHz-Netzwerk betreibt, scheitert bereits bei der Einrichtung.
Dann steht die Entscheidung wahrscheinlich schon. Der Preis unten wird beim Aufruf frisch geholt, nicht gespeichert.