Drei Gesundheitsfunktionen fehlen der Apple Watch SE 3 komplett, und Apple versteckt das nicht: die eigene Vergleichstabelle zeigt bei EKG, Blutsauerstoff-App und Bluthochdruck-Mitteilung selbst den Strich. Samsung bewirbt für die Galaxy Watch8 dagegen eine Weltneuheit am Daumen, einen Sensor für den Antioxidantien-Wert, der laut einem großen Fachtest bei fast jedem Tester denselben Wert anzeigt: sehr niedrig. Zwei Einsteiger-Smartwatches, zwei ehrlich zugegebene Schwachstellen, und am Ende entscheidet trotzdem nicht die Funktionsliste.
Diese Einschätzung basiert auf den Herstellerangaben von apple.com und samsung.com (jeweils exakte Produktvariante), Apples und Samsungs eigenen Vergleichstabellen auf der Amazon-Markenseite, den Fachtests von netzwelt.de (10.10.2025, SE 3) und connect.de (24.7.2025, Watch8) sowie den Amazon-Kundenbewertungen beider Uhren (Stand: 28. August 2026). Keine der beiden Uhren wurde selbst über einen längeren Zeitraum getragen. Rezensionen bei Amazon nachlesen
Auf der Amazon-Markenseite der Apple Watch SE 3 steht eine Tabelle, die Apple selbst gebaut hat: „Apple Watch Produkte im Vergleich“, SE 3 gegen Series 11 gegen Ultra 3. Bei drei Zeilen setzt Apple bei der SE 3 keinen Haken, sondern einen Strich: elektrischer Herzsensor, Bluthochdruck-Mitteilungen, Blutsauerstoff-App. Alle drei hat erst die Series 11. Einen Temperatursensor hat die SE 3 dagegen tatsächlich, er fließt laut Apples eigener Spezifikationsseite in den täglichen Schlafindex und in rückblickende Zyklusdaten ein, auch ohne EKG.
Samsung geht bei der Galaxy Watch8 den umgekehrten Weg und bewirbt ein neues Feature offensiv: einen Sensor am Daumen, der den Antioxidantien-Wert misst, laut eigener Produktbeschreibung „die erste Smartwatch der Welt“ mit dieser Funktion. Ein unabhängiger Test kommt zu einem ernüchternden Ergebnis dazu (siehe unten). Zwei Hersteller, zwei unterschiedliche Arten, mit den eigenen Grenzen umzugehen, einer zeigt sie in einer Tabelle, der andere versteckt sie hinter einer Weltneuheit, die noch nicht ganz hält, was sie verspricht.
Bei der SE 3 sind die drei fehlenden Sensoren die eine Seite. Die andere: Sie läuft laut Amazon-Produkttext ausschließlich mit dem iPhone, ein Android-Handy daneben, und die Uhr bleibt ein teures Armband. Mel (4 Sterne, verifizierter Kauf, 5. Mai 2026) bringt eine weitere ehrliche Einschränkung mit: „Die Batterie hält bei mir einen knappen Tag, ich muss sie täglich aufladen. Da ist bei anderen Modellen schon deutlich mehr Kapazität drin.“ Sie bemängelt zusätzlich Kratzer am Aluminiumgehäuse nach kurzer Zeit, ein Glasschutz sei nicht im Lieferumfang und müsse dazugekauft werden.
Bei der Watch8 sitzt die größte Schwachstelle direkt im neuen Vorzeigefeature. Connect.de testete den Antioxidantien-Sensor „bei uns und bei Kollegen“ und maß wiederholt denselben Wert: „sehr niedrig“, egal wer die Uhr trug. Ein Amazon-Kunde (5 Sterne, verifizierter Kauf, 22. Juli 2026) nennt einen zweiten Punkt: „Einziges Manko ist die Akkulaufzeit von nur 2 Tagen und dass ich mit der Uhr (noch?) nicht mobil bezahlen kann.“ Atzmüller Philipp (3 Sterne, verifizierter Kauf, 15. August 2026) ersetzte damit seine ältere Gear S3 Frontier, fand die Zusatz-Gesundheitsfunktionen aber „eher Spielereien“ und würde beim nächsten Kauf eher zur Watch8 Classic oder Ultra greifen als zur Basisversion. Dazu ein kleinerer Punkt aus dem connect.de-Test: Der neue Schnellverschluss am Armband passt nicht mehr auf die Bänder der Watch7 oder der Watch Ultra.
Die SE 3 ist die erste Uhr der gesamten SE-Reihe mit einem dauerhaft eingeschalteten Display, bestätigt unter anderem von Apples eigener Präsentation, Engadget und MacRumors: Uhrzeit und Ziffernblatt sind sichtbar, ohne den Arm zu heben. Der neue S10-Prozessor sitzt jetzt auch in der günstigen Reihe, und laut Apples eigener Ankündigung („now charges up to 2x faster than the previous generation“, Apple Newsroom, 9. September 2025) lädt sie doppelt so schnell wie die SE 2, in 45 Minuten auf 80 Prozent. Dazu 50 Meter Wasserschutz, automatische Sturz- und Unfallerkennung mit Notruf SOS. Offiziell nennt Apple 18 Stunden bei normaler Nutzung, netzwelt.de maß im Alltagstest (10.10.2025, Note 2,3) eher anderthalb Tage, unter voller Last rund fünf Stunden.
René Differenz (5 Sterne, verifizierter Kauf, 12. Juli 2026) lobt die „hochwertige Verarbeitung“ und die „absolut flüssige“ Bedienung im Zusammenspiel mit dem iPhone. Dedo (5 Sterne, verifizierter Kauf, 2. Juli 2026) hebt besonders den Fitness- und Schlaftracker hervor: „Die Uhr weiß mittlerweile genauer, wie schlecht ich geschlafen habe, als ich selbst.“ Vertical1508 (5 Sterne, verifizierter Kauf, 22. Mai 2026) nennt sie „den perfekten Einstieg in die Apple-Welt der Smartwatches“, mit vielen Premium-Funktionen zu einem im Apple-Vergleich fairen Preis.
Die Watch8 kontert mit einem Display, das laut samsung.com bis zu 3.000 Nits hell wird, gut dreimal so hell wie die 1.000 Nits der SE 3, angetrieben von einem neuen 3-Nanometer-Prozessor mit fünf Kernen. Dazu eine bestandene Militärnorm für Stöße und Temperaturwechsel (MIL-STD-810H) sowie IP68 und 5 ATM, in den Datenblättern der SE 3 taucht das nicht auf. Samsungs eigene Produktbeschreibung nennt ein ganzes Gesundheitsprogramm: einen „Energy Score“, der „Workouts, Schlafmuster und nächtlichen Puls“ zu einer täglichen Prognose verrechnet, eine Schlafenszeit-Anleitung und eine Messung der „Gefäßbelastung“ über mehrere Nächte. Offiziell nennt Samsung bis zu 30 Stunden mit Dauerdisplay, connect.de maß ohne Dauerdisplay rund 48 Stunden, mit Dauerdisplay 24 bis 28 Stunden bis zur 5-Prozent-Schwelle, in der Praxis also eher zwei Tage als eineinhalb.
The_Cyber Scampi (5 Sterne, verifizierter Kauf, 12. August 2026) beschreibt die Watch8 als „extrem schnelle und zuverlässige Smartwatch“ mit präzisem GPS und hebt besonders den Lauf-Coach als „echtes Highlight“ hervor, relativiert die eigene Erfahrung mit dem Akku aber gleich mit: bei durchgehend aktiver Pulsmessung und Schlafanalyse kommt er auf rund anderthalb Tage. Marko Kießling (5 Sterne, verifizierter Kauf, 11. Juli 2026) lobt Design und Bedienung als „intuitiv und flüssig“, Nicolai Podolski (5 Sterne, verifizierter Kauf, 15. Juli 2026) hebt zusätzlich die Displayschärfe bei Sonnenlicht hervor.
Man könnte nach Display, Robustheit und Akku meinen, die Watch8 gewinnt das ziemlich klar. Aber eine einzige Zeile in beiden Produkttexten dreht das Bild komplett: Die SE 3 funktioniert laut Apple ausschließlich mit dem iPhone. Die Watch8 läuft zwar mit Android allgemein, ihr volles Programm, Gesundheitsdaten, Schnellzugriffe, entfaltet sie aber erst im Zusammenspiel mit einem Samsung-Handy. Die ganze Funktionsliste weiter oben ist damit zweitrangig. Die Frage, die wirklich zählt, steht schon in der eigenen Hosentasche.
Hast du ein iPhone, ist die Entscheidung eigentlich keine: Nimm die SE 3. Sie ist die einzige der beiden, die mit deinem Handy überhaupt zusammenarbeitet, und sie tut das jetzt mit Dauerdisplay und doppelt so schnellem Laden wie beim Vorgänger. Die drei fehlenden Gesundheitsfunktionen bekommst du bei Apple erst mit der Series 11, und die kostet deutlich mehr.
Hast du dagegen ein Android-Handy, vor allem eins von Samsung: Nimm die Watch8. Helleres Display, robusteres Gehäuse, längerer Akku im Alltagstest und ein Gesundheitsprogramm, das über Puls und Schritte weit hinausgeht, dazu kostet sie aktuell im befristeten Angebot deutlich weniger als die SE 3. Den Antioxidantien-Sensor rechne dabei einfach nicht mit ein, der ist laut Test noch nicht so weit.
Verkehrt machst du es mit keiner von beiden. Die Frage ist nur, welches Handy sowieso schon in deiner Tasche liegt.

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Nein. Apples eigene Spezifikationsseite listet für die SE 3 unter Gesundheit keine EKG-App, keine Blutsauerstoff-App und keine Bluthochdruck-Mitteilungen, alle drei sind der teureren Series 11 vorbehalten. Einen Temperatursensor hat die SE 3 dagegen tatsächlich, er fließt in den Schlafindex und in rückblickende Zyklusdaten ein.
Laut dem Test von connect.de (24.7.2025, Note „sehr gut“, 462 von 500 Punkten) eher nicht: Der Sensor „scheint noch nicht optimal eingestellt zu sein“, bei den Testern und ihren Kollegen zeigte er durchgehend denselben Wert, „sehr niedrig“, unabhängig davon, wer die Uhr trug.
Nein. Der Amazon-Produkttext nennt ausschließlich das iPhone: „Die SE 3 (GPS) funktioniert mit deinem iPhone und im WLAN.“ Ohne iPhone bleiben die Smart-Funktionen der Uhr weitgehend ungenutzt.
Deutlich kürzer als die reine Herstellerangabe vermuten lässt. Netzwelt.de maß für die SE 3 im Alltag „knapp anderthalb Tage“, unter voller Last rund fünf Stunden. Connect.de maß für die Watch8 rund 48 Stunden ohne Dauerdisplay und 24 bis 28 Stunden mit eingeschaltetem Dauerdisplay, in der Praxis also eher zwei Tage.
Nein. Samsungs eigene Vergleichstabelle auf der Amazon-Markenseite zeigt den Schnellbutton nur bei der Watch8 Classic und der Watch Ultra, nicht beim hier verglichenen Basismodell.
Dann steht die Entscheidung wahrscheinlich schon. Der Preis unten wird beim Aufruf frisch geholt, nicht gespeichert.