Der teuerste Fehler steht nicht im Datenblatt. Er fehlt darin. Ein Reiserouter ohne SIM-Schacht, eine Akkuangabe, die sich in der Messung halbiert, ein Tri-Band-WLAN, das nur zwei Bänder gleichzeitig kann: fünf Punkte, die vor dem Kauf eine Minute kosten und danach Geld.
Wi-Fi 6E auf drei Bändern, Touchscreen für die Einrichtung ohne App, wechselbarer 4.680-mAh-Akku, Gigabit-WAN/LAN, WireGuard-VPN, microSD-Schacht bis 2 TB und zwei TS-9-Anschlüsse für eine Außenantenne. ComputerBase misst im 5G-Netz bis zu 863 Mbit/s.
du einen kompletten DSL-Ersatz mit Telefonanschluss und mehreren LAN-Ports erwartest. Beides hat dieses Gerät nicht, und die 14-Stunden-Akkuangabe hält der Messung nicht stand.
Grundlage sind die Datenblätter von TP-Link, GL.iNet und Netgear, der M8550-Test von ComputerBase vom 15. Juli 2025 und eine Tarifübersicht von handyhase.de, Stand September 2025. Wir haben keines der Geräte selbst getestet. Rezensionen bei Amazon nachlesen
Klingt absurd, kommt aber vor: Es gibt Reiserouter ohne SIM-Schacht. Der GL.iNet Slate 7 zum Beispiel bezieht mobiles Netz nur über einen USB-Stick oder das Tethering eines Smartphones, eine SIM-Karte nimmt er nicht an.
Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern eine andere Geräteklasse. Aber wer einen 5G-Hotspot erwartet und einen WLAN-Reiserouter kauft, merkt es erst beim Einlegen der Karte. Erster Blick ins Datenblatt: Steht dort Nano-SIM oder eSIM? Wenn keins von beiden auftaucht, ist es kein Mobilfunkrouter.
TP-Link verspricht für den M8550 bis zu 14 Stunden. ComputerBase kam im Test bei moderater Nutzung auf rund 7 Stunden, unter Last verlor das Gerät etwa 15 Prozent Ladung pro Stunde. Die Herstellerangabe beschreibt den Bestfall, nicht den Arbeitstag.
Dasselbe Muster beim Netgear M7 Pro: Die deutsche Produktseite nennt 13 Stunden, die amerikanische 10. Wer den Router als DSL-Ersatz an der Steckdose betreibt, kann die Zahl ignorieren. Wer ihn unterwegs braucht, rechnet besser mit der Hälfte der Werbeangabe. Das ist eine Faustregel, aber sie hat sich in beiden Messreihen bestätigt.
Wichtiger als die Stundenzahl ist ohnehin eine andere Frage: Ist der Akku wechselbar? Beim M8550 ja. Ein fest verbauter Akku macht aus einem Dauerläufer nach zwei Jahren ein Pflegefall.
Der M8550 funkt auf 2,4, 5 und 6 GHz. Was im Datenblatt kleiner steht: Es sind immer nur zwei Bänder gleichzeitig aktiv, entweder 2,4 und 5 GHz oder 2,4 und 6 GHz. ComputerBase weist im Test darauf hin.
Im Alltag heißt das: Alte Geräte im 5-GHz-Band und neue im 6-GHz-Band laufen nicht nebeneinander. Man entscheidet sich für eine Kombination. Das ist bei mobilen Routern verbreitet und selten ein Ausschlussgrund, aber es sollte niemanden nach dem Kauf überraschen.
Bei schwachem Empfang rettet keine Software, sondern eine Außenantenne. Dafür braucht das Gerät Anschlüsse, meist im TS-9-Format. Der M8550 hat zwei davon, das Netgear M7 Pro ebenfalls. Geräte ohne Antennenanschluss sind auf den Empfang am Aufstellort festgenagelt.
Wer auf dem Land wohnt oder im Wohnmobil unterwegs ist, sollte diesen Punkt vor dem Preisvergleich prüfen. Ein günstiger Router ohne Anschluss wird teuer, sobald der Empfang nicht reicht.
Die Hardware kann nichts dafür, wenn der Tarif bremst. Es gibt Unlimited-Tarife, die die Geschwindigkeit auf 15 Mbit/s deckeln, und Varianten mit Tageskontingent, nach dem auf 384 kBit/s gedrosselt wird. Die Details stehen in unserem Beitrag zu Unlimited-Tarifen.
Ein Router mit 3,4 Gbit/s Datenblattwert hinter einem 15-Mbit/s-Deckel ist Geldverschwendung in beide Richtungen. Erst den Tarif festlegen, dann die Hardware passend dazu kaufen.
Die fünf Prüffragen vor dem Kauf: Hat das Gerät einen SIM-Schacht? Ist der Akku wechselbar, und wie weit liegt die Werbeangabe über gemessenen Werten? Wie viele WLAN-Bänder laufen gleichzeitig? Gibt es TS-9-Anschlüsse für eine Antenne? Und passt der Tarif zur Hardware?
Wer alle fünf mit dem Datenblatt beantworten kann, kauft selten falsch. Wer eine davon offenlässt, findet die Antwort nach dem Kauf, und dann kostet sie Rücksendung oder Aufpreis.
Eine kleine Antennenbuchse an vielen mobilen Routern. Darüber lässt sich eine externe Antenne anschließen, die bei schwachem Empfang mehr bringt als jeder Standortwechsel im Zimmer. Der M8550 hat zwei davon.
Nur, wenn die Endgeräte es können und der Mobilfunkempfang schnell genug ist, um den Unterschied zu tragen. Bei den meisten Anschlüssen limitiert das Mobilfunknetz, nicht der WLAN-Standard.
Wichtiger als der 5G-Bestwert. Außerhalb der 5G-Abdeckung läuft das Gerät im LTE-Netz, und dort verbringen mobile Router auf Reisen einen großen Teil ihrer Zeit. Der M8550 ist laut Datenblatt mit bis zu 1,6 Gbit/s im LTE-Netz angegeben.
In Tests selten. Beim M8550 stehen 14 Stunden Werbeangabe gegen rund 7 gemessene Stunden bei ComputerBase. Als Faustregel: mit der Hälfte der Herstellerangabe planen.
Dann steht die Entscheidung wahrscheinlich schon. Der Preis unten wird beim Aufruf frisch geholt, nicht gespeichert.