Bis zu 15 Mbit/s. So schnell ist einer der Unlimited-Tarife eines großen deutschen Anbieters. Das Datenvolumen ist wirklich unbegrenzt, die Geschwindigkeit nicht. Genau in dieser Lücke steckt die Mogelpackung.
Wi-Fi 6E auf drei Bändern, Touchscreen für die Einrichtung ohne App, wechselbarer 4.680-mAh-Akku, Gigabit-WAN/LAN, WireGuard-VPN, microSD-Schacht bis 2 TB und zwei TS-9-Anschlüsse für eine Außenantenne. ComputerBase misst im 5G-Netz bis zu 863 Mbit/s.
du einen kompletten DSL-Ersatz mit Telefonanschluss und mehreren LAN-Ports erwartest. Beides hat dieses Gerät nicht, und die 14-Stunden-Akkuangabe hält der Messung nicht stand.
Grundlage sind eine Tarifübersicht von handyhase.de zu den o2-Unlimited-Varianten, Stand September 2025, der Jahresbericht der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, veröffentlicht im Juni 2026, und der M8550-Test von ComputerBase vom 15. Juli 2025. Tarifdetails ändern sich; vor Abschluss gilt das aktuelle Preisblatt des Anbieters. Rezensionen bei Amazon nachlesen
Unbegrenzt klingt nach einer Eigenschaft, ist aber drei verschiedene Produkte. Am Beispiel der o2-Unlimited-Familie, wie handyhase.de sie mit Stand September 2025 dokumentiert:
Sorte eins: Volumen unbegrenzt, Tempo gedeckelt. Die Smart-Variante liefert höchstens 15 Mbit/s. Kein Limit beim Verbrauch, ein hartes beim Tempo.
Sorte zwei: unbegrenzt in Tagesscheiben. Die On-Demand-Variante gibt 10 GB pro Tag frei. Danach heißt es nachbuchen, sonst geht es mit 384 kBit/s weiter. Bei dem Tempo lädt eine gewöhnliche Webseite von zwei Megabyte etwa 40 Sekunden, als Überschlagsrechnung, nicht als Messwert.
Sorte drei: tatsächlich offen. Die Max-Variante drosselt nicht, deckelt aber auch: bei bis zu 300 Mbit/s.
Alle drei tragen dasselbe Wort im Namen.
15 Mbit/s reichen für Mail, Musik und einen HD-Stream. Eng wird es, sobald mehreres gleichzeitig läuft: ein UHD-Stream, ein Systemupdate im Hintergrund, dazu ein Videoanruf. Als Faustregel gilt: Ein Deckel fällt nicht beim ersten Gerät auf, sondern beim dritten.
Interessant ist die Obergrenze der teuersten Variante: 300 Mbit/s sind weniger als ein Zehntel dessen, was moderne 5G-Hardware wie der M8550 laut Datenblatt könnte. Der Tarif deckelt, lange bevor die Technik es tut.
Und selbst ohne jeden Deckel bleibt die Netzrealität: Laut Breitbandmessung der Bundesnetzagentur erreichten nur 7 Prozent der 5G-Messungen die vertragliche Maximalrate. Unbegrenztes Volumen ändert daran nichts.
Die Reihenfolge beim Einkauf ist deshalb wichtiger als jedes einzelne Produkt: Erst der Tarif, dann die Hardware. Wer einen 15-Mbit/s-Tarif fährt, braucht keinen Router der Oberklasse. Wer einen offenen Tarif hat, verschenkt ihn an ein Gerät ohne ordentliches WLAN.
Beim Prüfen des Tarifs zählen drei Zeilen im Preisblatt: die Maximalgeschwindigkeit, ein eventuelles Tageskontingent und die Drosselrate danach. Steht eine der drei Zahlen nicht im Angebot, steht sie in den Fußnoten.
Worauf die Hardware dann noch Einfluss hat, steht in unseren fünf Prüffragen vor dem Routerkauf.
Unlimited beantwortet nur die Frage nach dem Volumen. Die Fragen, die den Alltag bestimmen, heißen: Wie schnell, wie lange am Stück, und was passiert danach? Wer die drei Zahlen aus dem Preisblatt kennt, kann Tarife vergleichen. Wer nur auf das Wort schaut, vergleicht Etiketten.
Die Entscheidung kippt beim Nutzungsprofil: Für gelegentliches Surfen ist ein gedeckelter Unlimited-Tarif ehrliches Sparpotenzial. Als DSL-Ersatz für einen Haushalt ist er die falsche Sorte unbegrenzt.
Das Datenvolumen meist ja, die Geschwindigkeit oft nicht. Es gibt Varianten mit Tempodeckel ab 15 Mbit/s und Varianten mit Tageskontingent, nach dem auf 384 kBit/s gedrosselt wird. Die Details stehen im Preisblatt des jeweiligen Tarifs.
Für eine Person mit Mail, Musik und HD-Streaming meist ja. Sobald mehrere Geräte gleichzeitig laden und streamen, wird der Deckel spürbar. Als DSL-Ersatz für eine Familie ist das zu knapp.
Entweder greift ein Tempodeckel oder ein Tageskontingent, oder der Empfang am Standort ist die Engstelle. Laut Bundesnetzagentur erreichen nur 7 Prozent der 5G-Messungen die vertragliche Maximalrate.
Auf drei Zahlen: Maximalgeschwindigkeit, Tageskontingent und Drosselrate. Alle drei stehen im Preisblatt oder in dessen Fußnoten, und sie unterscheiden Tarife mit demselben Namen deutlicher als der Preis.
Dann steht die Entscheidung wahrscheinlich schon. Der Preis unten wird beim Aufruf frisch geholt, nicht gespeichert.